Krista Hauser

aus ihrem Text
Ein Archäologe der Seele notiert

Anton Christian braucht kein Traumbuch, er hat seinen Traumtisch: einen leicht transportablen Tisch aus Ebenholz und Kieselsteinen, aus Meeresblumen, blutigen Kadavern und Rauchzeichen. Er hat ihn an der Baumgrenze über Natters und in den schottischen Highlands aufgestellt, irgendwo in der Weite von Texas oder im Schoß der Regenfrau. Manchmal auch in der Heimat des Pan oder in der Nähe des immer noch leidenden Tantalos.

Hier wie dort findet Anton Christian seine Bilderwelt: Dunkles Gestirn, Tümpel und Quellen, tote Fische und verwesende Föten, hetzendes Wild, den stürzenden Feuervogel, Erdstrahlen und den Sonnengott. Tatsächlich Geschautes vermischt sich mit optischen Spuren aus dem eigenen Unterbewußten und den archaischen Resten eines kollektiven Gedächtnisses. Vielleicht ist Anton Christian deshalb überall zu Hause, weil es diese archaischen Reste überall gibt, wenn auch verschüttet.